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SehenswertesGeschichteKirche
 


Hoch über dem Ort liegt die Krögelsteiner Pfarrkirche in ihrer unverwechselbaren Gestalt. Geformt in verschiedenen Stilepochen ist sie von besonderem künstlerischem und kunstgeschichtlichem Wert.
Die mündliche Überlieferung erzählt, die Kirche sei auf dem Platz der ehemaligen Burgkapelle erbaut worden und die Seitenkapelle unter dem Turm sei ein alter Rest. Diese Schilderung wird jedoch nur teilweise zutreffen.
Der aus der gotischen Spätphase stammende Bau ist bis auf wenige Veränderungen aus der Zeit der Renaissance sehr einheitlich. Das Chorhäuschen unterstreicht noch einmal den gotischen Charakter. Der Kirchenturm ist entstanden um 1560, der angebaute Treppenturm mit Wendeltreppe 1607 erbaut, wie es innerhalb eines Wappens der Patronatsfamilie von Giech zu lesen ist.
Der Kirchenraum mit seinem alten Gestühl mit Türen (um die Zugluft abzuhalten) und den doppelten Emporen ist ausgerichtet auf den um eingie Stufen erhöhten Chorraum mit Kreuzgewölbe.
In ihm befindet sich ein interessanter Kanzelaltar. Er wird Johann Michael Doser (1678-1756) zugeschrieben, ein wichtiger Barockbildhauer und Altarbauer des fränkisch-oberpfälzischen Raumes. Doch liegt sein Wirken hier nur in der Umarbeitung und Ergänzung. Bei diesem Kanzelaltar ist Doer eine beispielhafte Verbindung von neu und alt gelungen. Der Altarkorb war Teil einer früheren, freistehenden oder hängenden Kanzel. Diese wurde ursprünglich 1715 für die Kirche in Weißenbrunn geschaffen. Der Altar trägt, eine Inschrift, aus der hervorgeht, "daß diese Cantzel Gott zu Ehren hat machen lassen Hanß Kenner und Anna Maria Kennerin Müller ahlhier, Ann 1715".  Die darüber angebrachten drei Gemälde (um 1600) deuten einen ehemaligen Flügelaltar an. Sie stellen die Taufe Jesu, Abendmahl und Kreuzigung dar. Kleine Apostelfiguren umrahmen etagenförmig die Kanzel. Die frühbarocken Altarwangen mit Knorpelwerk aus Akanthusgezweig und Engelskopfen blieben unverändert an ihrem Platz. Die Neuzusammensetzung zu einem Kanzelaltar und die Ergänzung mit den vieren großen Figuren in Weiß und Gold geht nun auf Doser zurück. Das Altarkreuz (um 1500) ist eine Bamberger Arbeit. Der um 1560 enstandene Taufstein trägt wie der Kanzelaltar das Giechsche Wappen.
Die Emporen laufen an den Seitenwänden entlang, die obere auch ander Eingangsseite. Sie wurden im barocken Geist einer Markgrafenkirche um 1780 eingerichtet, jedoch in der vor 1700 gängigen Bauweise. Emporen wurden notwendig, als man das Gestühl einführte und somit der Kircheninnenraum nicht mehr für die gesamte, stehende Gemeinde ausreichte. Auf den Emporen saßen (teilweise noch heute) nur die Männer. In Krögelstein ist dies erkennbar an den einfachen Plätzen auf der zweiten Empore. Dort besteht die zweite Reihe nur aus einem langen durchgehenden Balken auf Füßen.
Die jetzige Bemalung geht auf die Jahre 1947/48 zurück. Die Auswahl der Bilder und Sprüche muß auf dem Hintergrund der kritischen Zeit des Kirchenkampfes der dreißiger Jahre und der großen Not der Nachkriegszeit betrachtet werden. Die ORgel auf der ersten Empore neben den Chorbogen wurde 1986 für über 93.000 DM restauriert.
Die Bankreihen riegeln das Untergeschoß des Turmes, das als Totengedächtnisraum gestaltet ist, gegen das Kirchenschiff ab. An der Westwand sind hier zwei Epitaphien (Grabplatten) für Familienmitglieder der Giech eingelassen: das eine aus Bronze für Georg Dietrich von Giech zeichnet sich besondere Qualität aus und gehört zu den herausragenden Kunstwerken in der Fränkischen Schweiz.
Das andere Epitaph wurde aus Sandstein für das Kind des Georg Dietrich von Giech angefertigt.
An der gegenüberliegenden Wand befinden sich unter einem Holzkreuz zwei Gedenktafeln. Auf der einen wird an die jeweils letzten Glieder ausgestorbenener Familien erinnert. Auf der zweiten Tafeln gedenken Auswanderer ihrer ehemaligen Heimat.
Die Mitte dieser Kapelle bildet ein steinerner Schrein. Darin liegt ein handgeschriebenes Buch, das ein Graphiker zum Gedenken an die Toten der beiden Weltkriege anfertigte.

 
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